Landschaft 2025

Vergleiche historischer und aktueller Fotographien geben ein eindruckvolles Bild vergangener Landschaftsveränderungen wieder. Doch wie wird sich die Landschaft zukünftig entwickeln?

Bildvergleiche:

Zwischen Freilichtmuseum und Charakterschwäche

Die Prozesse hinter den Landschaftsveränderungen sind zu komplex für genaue Prognosen. Allerdings lassen sich mit Szenarien mögliche Entwicklungen und Einflussmöglichkeiten aufzeigen, die Grundlage für Diskussionen und Planungen sein können.

Szenario "Freilichtmuseum"

Kaum denkbar erscheint es, dass unsere heutige Landschaft wie in einem riesigen Freilichtmuseum flächendeckend konserviert oder gar traditionelle Wirtschaftsweisen auf ganzer Fläche wieder aufgenommen werden. Dies könnte zwar aus touristischer Sicht durchaus attraktiv sein, wäre aber weder finanzierbar noch im Hinblick auf Entwicklungsmöglichkeiten wünschenswert.

Szenario "Weiter so"

Setzen sich die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte fort, droht die Allgäuer/Tannheimer Landschaft ihre regionale Identität und Lebendigkeit und damit auch den Reiz als Urlaubsziel zu verlieren. Die Trennung zwischen intensiv genutzten Talböden und der Natur überlassenen Hangbereichen wird immer deutlicher. Die Talböden werden von großflächigen Siedlungen ausgefüllt, zwischen denen sich - im besten Falle - intensive Landwirtschaftsflächen erstrecken. Hangbereiche, Moore und Magerstandorte werden der Natur überlassen und verbuschen.

Prognostizierte Veränderungen wichtiger Einflussfaktoren 2005 bis 2025 bei einem Fortdauern derzeitiger Trends:

  Südliches Oberallgäu Tannheimer Tal
Bevölkerungs- wachstum - 7% + 14%
Der Anteil älterer Menschen nimmt stark zu.
Siedlungs- wachstum + 21% + 33%
Wachstum bedingt v. a. durch Steigerung des individuellen Wohnflächenbedarfs
Verkehr Weiterer Ausbau von Hauptverkehrsstraßen, aber auch von Wirtschaftswegen
Steigerung des PKW-Verkehrsaufkommens um 15 25 %
Tourismus Weiterer leichter Rückgang der Übernachtungszahlen
Qualitative Trends: Stärkung von Sommertourismus, Gesundheitstourismus und des Golftourismus. Ausbau der Alpinskiinfrastrukturen, allerdings ohne größere Neuerschließungen; unsichere Zukunft des Alpinskisports unterhalb 1500 m Höhe (Klimawandel und demographische Entwicklung)
Landwirtschaft Betriebsaufgaben: etwa die Hälfte aller Betriebe geben auf.
Bewirtschaftung vorwiegend im Nebenerwerb: Steigende Bedeutung des Tourismus als Zu- bzw. Haupterwerbsquelle.
Weitere Personalverknappung führt zu fortschreitender Intensivierung in Gunstlagen und zu weiteren Flächenaufgaben in Ungunstlagen (Aufgabe von 10 15 % der 2005 bewirtschafteten Grünlandflächen)
Alpwirtschaft Entwicklung hängt stark von Fördergeldern ab; derzeit relativ stabil. Kaum Landschaftsveränderungen oberhalb der Waldgrenze
Wald/Forst Zunahme der Waldflächen um 13 %
Weitere Destabilisierung von naturfernen Altwäldern v. a. in höheren Lagen, Zunahme von Windwurf- und Borkenkäferschäden
Stärkere Zunahme des Mischwaldanteils (derzeit ca. 1/3 Fichtenanteil an den Jungbäume) Geringere Zunahme des Mischwaldanteils (derzeit ca. 2/3 Fichtenanteil an den Jungbäumen)

Szenario "Nachhaltige Entwicklung"

In diesem Szenario werden neue Entwicklungen gefördert, die die kulturlandschaftlichen Besonderheiten als wichtige Ressource für Umwelt und Tourismus berücksichtigen. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden Planungen und Maßnahmen mit langfristiger Perspektive entwickelt.