Handeln


Die Landschaft bildet nicht nur Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Landschaft und Bewohner prägen sich auch gegenseitig, Heimat ist wesentlich an die Landschaft gebunden. Zudem: Auch Urlauber wissen eine attraktive Kulturlandschaft zu schätzen - Landschaftspflege ist so gesehen vielleicht eine der wichtigsten langfristig wirksamen Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung für eine vom Tourismus abhängige Region wie das südliche Oberallgäu und das Tannheimer Tal.

CIRPA Deutschland

Es gibt viel zu tun...

Heinrichgasse 8

Wenn der Wert einer attraktiven Kulturlandschaft und die Geschwindigkeit des Wandels erkannt werden, bleibt die Frage: Wie lassen sich die Entwicklungen beeinflussen? Einige Ideen zeigen Möglichkeiten auf:

D-87435 Kempten/Allgäu

Bild: Alfred Buchholz
Der Tourismus lebt von blumenreichen Wiesen, die die Berglandwirtschaft erhält.

info@cipra.de

Gemeinsam stark: Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz

www.cipra.de

Wenn Landwirte blumenreiche Bergwiesen pflegen, Almen und Alpen bewirtschaften und Ausblicke bewahren, tragen sie auch dazu bei, die Region als attraktives Urlaubsziel zu erhalten. Diese Leistungen sollte der Tourismus honorieren - wie bereits in vielen Alpenregionen üblich.

Tel.: +49/(0)831/5209501

 
 
 

In der Gemeinde Bad Hindelang haben sich die Landwirte im Verein "Hindelang Natur & Kultur" zusammengeschlossen und zu einer flächendeckenden extensiven Bewirtschaftung verpflichtet. Gemeinde, Sponsoren und der Bund Naturschutz unterstützen die Landwirte in der Startphase. Bad Hindelang erreichte mit dem Projekt auf der Expo 2000 sogar Weltruhm.

Regionale Wirtschaftskreisläufe

Aus der Region - für die Region: Regionalvermarktung verhindert umweltbelastende Transporte und ermöglicht den Landwirten, ihre Produkte trotz stetig sinkender Weltmarktpreise zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Insbesondere in der Gastronomie bestehen in der Region noch wenig genutzte Potenziale.

Bild: Nico Goldscheider
Die Allgäuer Hochalpen sind ein Kernbereich des möglichen Biosphärenreservates Allgäu-Lechtal

Neue Entwicklungsregionen

Im Jahr 2007 soll der grenzübergreifende Naturpark Nagelfluhkette und vorderer Bregenzer Wald eingerichtet werden. Östlich der Iller gibt es seit den 1990er Jahren Vorschläge für ein grenzübergreifendes Biosphärenreservat Allgäu/Lechtal, die noch auf ihre Umsetzung warten. Beide Gebietskategorien fördern eine landschaftsverträgliche regionale Entwicklung - und bieten hervorragende Möglichkeiten, die Kulturlandschaft auch touristisch in Wert zu setzen.

 

Bild: Alfred Fendt

Gezielte Landschaftspflege

Besonders wertvolle Bergwiesen und -weiden sollten durch die Förderung traditioneller Wirtschaftsweisen, Beweidungskonzepte oder den Aufbau neuer Vermarktungsschienen langfristig erhalten werden.

 
 
 
 

Wald und Wild

Bild: Martin Muth
Die Aufgabe unrentabel gewordener landwirtschaftlicher Flächen wird sich auf großer Fläche nicht verhindern lassen. Wesentlich einfacher lässt sich beeinflussen, welche Bäume auf diesen Flächen wachsen: Während bis heute monostrukturierte Fichtenforste das Allgäu/ Tannheimer Tal dominieren, könnten zukünftig bis zu einer Höhe von etwa 1500 m wesentlich stabilere naturnahe Bergmischwälder das Bild bestimmen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Schalenwildbestände (Reh, Rothirsch, Gämse) so weit reduziert werden, dass junge Laubbäume und Tannen aufwachsen können, ohne vom Wild verbissen zu werden. Die Reduzierung der Wildbestände auf ein waldverträgliches Maß ist eines der wirkungsvollsten Möglichkeiten zur positiven Beeinflussung der zukünftigen Landschaftsentwicklung.

Ganzheitliche Planungen

Nicht alle Gemeinden im südlichen Oberallgäu verfügen derzeit über aktuelle Flächennutzungs- und Landschaftspläne. Entscheidungen etwa über die Ausweisung neuer Baugebiete können dann nicht auf der Grundlage ganzheitlich vorausschauender Planungen getroffen werden - mit allen problematischen Konsequenzen für die zukünftige Entwicklung. Die Planungen sollten dann dringend aktualisiert werden.