Alpengoldhaferwiese am Grünten

Goldhaferwiesen am Südhang des Grünten

Großer, extrem blumenbunter Mähwiesenkomplex am Südhang des Grünten. Traditionelle Mahd bei Festmistdüngung schuf die sogenannten „Alpengoldhaferwiesen“, die die artenreichsten mehrschürigen Wiesen überhaupt sind. Auf von Natur aus nährstoffreicheren helvetischen Mergelkalken zweischürig, teils an magereren Stellen auch nur einschürig. Heute noch vielerorts in Mahd, teils aber durch Gülledüngung artenärmer. Viele kleine Stadel als ehemalige Heulager (mit Ballentüchern per Hand oder auf Pferdekarren eingebrachtes Heu), Heu-Abfuhr im Winter. Heute Umnutzung der Hütten (Wochenendhäuser), teils verfallende Stadel. Besterhaltene Reste oberhalb der Grünten-Teerstrasse, aber auch unterhalb und zwischen den beiden Gabelästen der Teerstrasse.

Erhaltungszustand und Gefährdung

Großteils werden die Wiesen noch gemäht und sind in gutem Zustand. Gefährdung durch Umstellung oder Einstellung der Mahdnutzung: Beweidung führt zu einer Artenverarmung und einer Zerstörung des „idyllischen“ Bildes. Eine Nutzungsaufgabe führt zu einer völligen Vernichtung der Wiesen. Gülledüngung vernichtet die Artenvielfalt binnen kurzer Zeit - über den Hang verstreut sind diese Beeinträchtigungen bereits eingetreten, dem Wanderer auch sichtbar!

Ökologische Bedeutung

Wertvollster Mähwiesentyp Deutschlands / Bayerns; immenser Artenreichtum, der nur mit Mahd erhalten werden kann. Beweidung verändert Arteninventar rasch zu „allgemeinen Vertretern“ mageren Grünlands (selektiver Frass, Tritt, punktuelle Eutrophierung)

Bedeutung für Landschaftserleben

Bild einer „Bilderbuch- Landschaft“ und Wiesen, „wie sie es früher überall gab“; dadurch hoher ästhetischer Wert und emotionale Wirkung des Wiesenkomplexes

Kulturhistorische Bedeutung

Einst wichtigster Mähwiesentyp im Oberallgäu mit grosser räumlicher Verbreitung Grundlage kleinbäuerlicher Viehhaltung mit Sommer-Älpung reliefbedingt oft reine Handarbeit, daher Flächenverlust seit dem 2.Weltkrieg dramatisch

Pflege- und Schutzmaßnahmen

Unbedingt Aufrechterhalten der Mahd mit Festmist-Düngung (Fördergelder auch vom Tourismus, der lebt von diesen Wiesen!)