Verbrachte Bergwiese

Aufkommende Gehölzsukzession

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bergwiesen an der Tiefenbacher Eck-Südseite

An der Südseite des Tiefenbacher Ecks wird das Landschaftsbild von hochmontanen Fichtenwäldern geprägt, die vor allem in den höheren Lagen durch waldfreie Feuchtflächen aufgelockert und durchzogen werden. Letztere stellen häufig äußerst artenreiche (>200 Arten) Biotopkomplexe von bemerkenswerter Ausdehnung dar. Es handelt sich dabei meist um Mischbestände der Biotoptypen "Flachmoor/Quellmoor", "Feucht-/Nassgrünland" und "Borstgrasrasen", deren Vegetationseinheiten sich mosaikartig über die stark verzweigten Biotopflächen verteilen. Eine landwirtschaftliche Nutzung findet nur mehr auf wenigen Flächen statt, obwohl das Gebiet durch ein gut ausgebautes Forstwegenetz erschlossen ist (alte, meist verfallene Heustadel zeigen noch die ehemalige Bewirtschaftung an). Daher ist auf vielen Flächen (mit Ausnahme der sehr nassen Standorte) eine starke Verbuschung mit Fichte zu beobachten.

Funktion

Überwiegend brachgefallenes Grünland; nur noch wenig Wiesen- bzw. Streuwiesennutzung.

Erhaltungszustand und Gefährdung

Zur Zeit noch sehr guter Zustand mit enorm hohem Artenpotential. An den trockenen und feuchten Bereichen ist allerdings eine starke Gefährdung durch die Verbuschung bzw. Wiederbewaldung vorhanden und ein erheblicher Verlust wertvollster Biotopflächen zu beobachten. 
Aufgrund des Rückzuges der Landwirtschaft aus den arbeitsintensiven Flächen (Steillagen, maschinell schwer nutzbare Nassflächen, große Entfernung von den Höfen) nehmen die Waldbestände an der Südseite des Starzlachkammes deutlich zu. Dieser Prozess führt zu nachhaltigen Veränderungen im Landschaftsbild.

Ökologische Bedeutung

Wertvolle Biotopkomplexe mit äußerst artenreicher und abwechslungsreicher (kleinräumige Wechsel von Feucht- und Extensivgrünland sowie Moorflächen) Vegetation.

Bedeutung für Landschaftserleben

Die blütenreichen und früher im Allgäu landschaftstypischen Bergwiesen sind ein wertvoller Bestandteil des Landschaftsbildes und für das Landschaftserleben in dem vom Tourismus geprägten Hindelanger Gebiet von hoher Bedeutung.

Beeinträchtigungen

Überwiegend brachgefallenes Grünland; nur noch wenig Wiesen- bzw. Streuwiesennutzung.

Pflege- und Schutzmaßnahmen

Hier ist die Wiederaufnahme der traditionellen und biotopprägenden Nutzung, sowie eine Auslichtung bzw. Entfernung des Gehölzaufwuchses anzustreben.