Ehemaliger Torfstich im Kemtsriedmoos

Torfstiche im Kematsriedmoos

Beim Kematsriedmoos handelt es sich um ein Sattelmoor von bemerkenswerter räumlicher Ausdehnung, das zu den repräsentativsten Moore der Allgäuer Alpen gehört. In früheren Jahren wurde hier Torf gestochen. Solche "Handarbeits-Torfstiche" sind zwar gleichfalls ein Eingriff in das sensible Ökosystem Hochmoor, können aber ihrerseits wertvolle Lebensräume schaffen. Der Hauptanteil des Moores wird von einem großflächigen Latschenkiefer-Hochmoor eingenommen, das mit Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Armblütiger Segge (Carex pauciflora), Rundblättrigem Sonnentau (Drosera rotundifolia), Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), Sumpf-Bärlapp (Lycopodiella inundata) (nördlich von kleinem Weiher häufig), Gewöhnlicher Moosbeere (Oxycoccus palustris), Weißem Schnabelried (Rhynchospora alba) (nördlich von kleinem Weiher viel und Massenbestände nordöstlich vom Moorbad), Blumenbinse (Scheuchzeria palustris) und verschiedenen Torfmoos-Arten (Sphagnum spec.) das typische Inventar dieses seltenen Biotoptyps aufweist.

Erhaltungszustand und Gefährdung

Gefährdet durch Störungen des Wasserhaushalts und Entwässerungsgräben. 
Aufgrund zahlreicher alter Entwässerungsgräben und früherer Abtorfungsmaßnahmen mit dem damit verbundenen gestörten Wasserhaushalt, konnte sich die Latsche (Pinus mugo) im gesamten Kematsriedmoos stark ausbreiten (als Moorwald verschlüsselt). Teilweise sind auch truppweise Fichten, Birken und andere Gehölze wie Faulbaum und verschiedene Weiden-Arten (Großblättrige Weide, Schwarzwerdende Weide, Purpur-Weide) eingestreut.

Bedeutung für Landschaftserleben

Der Moorkomplex ist durch einen bei Touristen beliebten Lehrpfad (auf Holzstegen) erschlossen, der im zentralen Teil durch das Moor und an dessen westlichem Rand um das Moor herum führt (zahlreiche Schautafeln). Im Winter leitet eine Langlaufloipe durch den westlichen Biotopteil. Ferner wurde am südlichen Rand des Mooses ein Moorbad angelegt.

Pflege- und Schutzmaßnahmen

Trotz früherer massiver Eingriffe (Torfabbau) besitzt das Kematsriedmoos noch ein enormes Potential seltener Arten, die es zu erhalten gilt. Deshalb sollte im Rahmen eines Pflegekonzeptes in enger Absprache mit den Eigentümern und den angrenzenden Landwirten langfristig eine Wiedervernässung und dauerhafte Verbesserung des Wasserhaushaltes angestrebt werden. Hierzu könnten die alten Entwässerungsgräben im östlichen Biotopteil geschlossen werden. Zudem erscheint eine geringe Reduzierung des Latschenanteils sinnvoll. Im westlichen Teil des Moores wurde früher in größerem Umfang Torf gestochen. Der Horizont des Torfkörpers ist hier deutlich niedriger und die Hochmoorvegetation wird von Flachmoorbeständen mit Mineralbodenkontakt abgelöst.