Aufkommende Verbuschung auf abgetorfter Fläche im Tiefenbacher Moos

Torfstiche im Tiefenberger Moos

Am Fuß der Hörnerkette erstreckt sich eine pleistozäne Rundhöckerlandschaft bis zum Einhang des Illertals. Zwischen den Nord-Süd verlaufenden, aus dem anstehenden Reiselsberger Sandstein herauspräparierten Rücken, entstanden durch Toteis Hohlformen (Toteislöcher) in denen sich nacheiszeitlich zahlreiche Vermoorungen bildeten. Heute sind innerhalb eines intensiv genutzten Grünlandgebietes nur noch Reste dieser Moorgebiete erhalten. Das Tiefenberger Moos bildet das größte zusammenhängende Moorgebiet in dieser voralpinen Landschaft. Es wird überwiegend von Übergangsgesellschaften und Moorwäldern geprägt. Erlen- und Weidenbrüche sowie Kleinseggenriede basenarmer Standorte besiedeln größere Flächen der ehemaligen Torfstiche im Moorkern. Im Moor wurde früher wohl fast überall Torf gestochen. Im südlichen Teil (Flur Tiefenberger Moos) sind im Relief auch tiefer gehende Torfstiche zu erkennen. Stellenweise wurde hier Müll abgelagert. Die sekundären Moorgesellschaften wurden anschließend als Streuwiesen genutzt.

Funktion

Torfstiche (fossil), Streuwiesennutzung, stellenweise noch Grünland, meist aufgelassen und verheidet

Erhaltungszustand und Gefährdung

Das Moorgebiet ist in hohem Maße durch die Entwässerung beeinträchtigt. Diese Störung des Wasserhaushaltes begünstigt die Entwicklung von Pfeifengras (Molinia caerulea) auf den abgetorften Flächen und führt langfristig gesehen zur Verheidung und Verbuschung der noch offenen Moorbereiche. Umfeld intensiv genutzt (Grünland, Golfplatz), teilweise greift diese Nutzung fjordartig tief in die Moorfläche, dadurch Nährstoffbelastung.

Ökologische Bedeutung

Strukturreiche Moorkomplex innerhalb intensiv genutzter Landschaft

Bedeutung für Landschaftserleben

Dichtes Wanderwegenetz,

Beeinträchtigungen

Torfstiche (fossil), Streuwiesennutzung, stellenweise noch Grünland, meist aufgelassen und verheidet

Pflege- und Schutzmaßnahmen

Wiedervernässung, Streuwiesenmahd, Entbuschung